Second Closing: 90M

Österreichischer Seed Fonds Speedinvest schließt Fundraising mit über 90 Millionen Euro ab und etabliert neuartiges Investment Modell auf europäischer Bühne

Wien, 9.12.2015 – Der Fonds mit Sitz in Wien und San Francisco übertrifft mit dem finalen Closing die selbst gesetzten Erwartungen und konnte über 90 Millionen Euro an Investitionszusagen einsammeln. Damit ist Speedinvest einer der größten Seed Stage Venture Fonds in Europa.

Das Modell von Speedinvest ist aus verschiedensten Gründen bemerkenswert. Zunächst wird Speedinvest – im Gegensatz zu nahezu allen anderen europäischen Fonds – fast ausschließlich von privaten InvestorInnen gespeist. Mehr als 100 private UnternehmerInnen, viele davon selbst Startup UnternehmerInnen wie etwa die GründerInnen von Runtastic, Shpock, Busuu oder Hermann Hauser finden sich auf der InvestorInnenliste. Grund dafür ist das außergewöhnliche Investment Modell von Speedinvest, welches so gar nicht der üblichen Blaupause von institutionellen InvestorInnen entspricht.

So arbeiten bei Speedinvest neben dem Gründer Oliver Holle insgesamt 12 PartnerInnen, also ein Vielfaches von vergleichbaren Venture Fonds. Dieses Team stellt einen Gutteil seiner Arbeitszeit für operative Arbeit in den Portfolio Unternehmen zur Verfügung. Zumeist drehen sich diese Aufgaben um Bereiche, in welchen die GründerInnen noch selbst wenig Erfahrung haben, etwa internationales Business Development, Aufbau einer US Kundenbasis (via Speedinvest’s Team im Silicon Valley) oder Fundraising. Im Erfolgsfall erhält Speedinvest durch diese Arbeit zusätzliche Anteile, in jedem Fall arbeitet man Seite an Seite mit dem Gründer und lernt sich und das Geschäft im Detail kennen.

Wie funktioniert dieses Modell ökonomisch? – Sehr ähnlich wie für Startups! Ein/e Speedinvest PartnerIn verdient jährlich in etwa so viel wie ein/e GründerIn, in den Speedinvest investiert. Im Gegenzug ist er oder sie (das Speedinvest Team besteht zu ⅓ aus Frauen) direkt im Fonds beteiligt und partizipiert an jedem Exit mit.

Dieses Modell wurde bereits im ersten, kleineren Fonds erfolgreich umgesetzt. Neben dem einem großem Erfolg mit Shpock, konnte Speedinvest bereits 4 weitere Exits feiern. Im SI Portfolio befinden sich außerdem bekannte Namen wie Holvi, Wikifolio, Hitbox.tv, Tourradar, IyziCo, Flaviar oder die beiden YCombinator Alumnis Flaviar und Bitmovin. Bereits im Mai konnte Speedinvest mit dem Einstieg von NEA einen weiteren Meilenstein vermelden. New Enterprise Associates (NEA), der größte Venture Capital Fonds der Welt, der unter anderem an Salesforce, Cloudflare und Uber beteiligt ist, investierte 5 Millionen Euro direkt in den Fonds und reservierte weitere 50 Millionen für Top-Startups aus dem Speedinvest Portfolio.

Wo wird investiert?

Speedinvest setzt weiterhin auf die Bereiche Finanztechnologie und digitale Kerntechnologien („Deep Tech“). Mit dem eigenen Silicon Valley Business Development Team spricht Speedinvest insbesondere technische GründerInnen an, die sehr früh erste KundInnen und Partnerschaften in den USA anstreben.  Mit Stefan Klestil (Board Member und Advisor bei Number26, Holvi, IyziCo, Payworks, Wikifolio und inzwischen 5 weiteren FinTech Startups) soll das FinTech Portfolio weiter ausgebaut werden.

Der Schwerpunkt wird auf die Seed Phase gelegt, pro  Jahr sollen 10 – 15 Neuinvestments mit einer Durschnittssumme von 500.000 EUR umgesetzt werden. Mit dem neuen Fonds kann Speedinvest bis zu drei Millionen EUR je Investment Case weiter investieren. Der geografische Fokus liegt dabei auf der DACH Region sowie Zentral- und Osteuropa, wobei Speedinvest in den oben genannten Schwerpunktthemen auch in ganz Europa aktiv ist.

Das inzwischen 18-köpfige Team, welches sich zwischen Wien, München und San Francisco aufteilt, investierte heuer bereits in 14 Projekte aus Ungarn, Estland, Bulgarien, und natürlich dem Heimatmarkt Österreich und auch Deutschland. Eines von drei deutschen Investments darf bereits genannt werden: Es handelt sich um Inkitt (www.inkitt.com) aus Berlin.

Gegründet von Serial Founder Ali Albazaz (Gründer von fünfi.de [2010] und Demanta [2012]) und Linda Gavin (Designerin für Twitter, LiveJournal, Adobe und Apache) ist es Inkitts erklärtes Ziel die Verlagswelt zu revolutionieren.

“Das Verlagswesen ist seit jeher für seine Ineffizienz und Intransparenz bekannt. Bestseller werden oft von zahlreichen LektorInnen und Verlagen abgelehnt, bevor sie schließlich zum Erfolg werden. AutorInnen, AgentInnen und Verlage rufen nach Veränderungen, bisher fehlten jedoch die Tools. Dies ändert sich mit dem revolutionären Ansatz von Inkitt. Die Idee, gepaart mit dem erfahrenen Team rund um Ali Albazaz hat uns überzeugt,” so Erik Bovee, US-Partner und Investment Manager.

Um dem Anspruch nach Internationalität gerecht zu werden und die besten internationalen Deals zu sourcen, baut man auf die strategischen Partnerschaften mit Pioneers und deren Pre-Seed-Fonds Pioneers Ventures. Damit verfügt Speedinvest über einen Partner, der quer durch Europa in den Startup Communities vernetzt ist und eine Plattform über die rasch und unkompliziert kleinere Investments (20.000 bis 100.000 EUR) umgesetzt werden können.

“90 Millionen privates Kapital für Startups sind ein enormes Rufzeichen zum Thema Innovation und Entrepreneurship in Österreich. Das macht uns sehr stolz, aber bedeutet auch eine große Verantwortung. Das Zusammenspiel aus Risikokapital und Unternehmertum ist der zentraler Baustein für die wirtschaftliche Zukunft Europas, diese gesellschaftliche Verantwortung nehmen wir bei Speedinvest sehr ernst” betont Oliver Holle.

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